„Öffne Dich!

Mach endlich AUF!

Dein Land, schon!

Dein Haus!

Dein Herz! Ja, das Herz, das Herz zuerst,

Das Herz zu Erz

zu.“

Ist das schon ein Gedicht? Ich würde sagen: ja. Ich erkläre Ihnen das nicht poetologisch. Dass es aus irgendeinem Eingemachten an irgendein Eingemachtes gesprochen ist – das werden Sie selbst merken. Es ist kein Programm. Es ist keine Erzählung. Schon gar nicht ist es in irgendeiner guten oder bösen Absicht geschrieben oder macht Vorschriften darüber, wie die guten oder die bösen Absichten dieser oder jener Leute zu bewerten und eventuell zu korrigieren seien. Allenfalls würde ich sagen: es inszeniert, was an Grenzübergängen zwischen Menschen geschehen kann und tausendfach geschieht.

Wir haben jede Menge ideologischen und ideologiekritischen Hintergrund dazu, es bleibt mehrdeutig, wie es sich für ein Gedicht gehört. Es ist sehr kurz. Geschrieben auf ein halbes Blatt. Erster Atemzug. Was auf der zweiten, sorgsam abgerissenen Blatthälfte steht, bleibt offen. Aber es wird wohl noch etwas kommen.

 

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Hier ist ein Bild. Das bin ich. In einer dieser frühen Augustnächte 2018 auf meinem Balkon. Ich habe soeben erste Sätze zu einem neuen Text in mein Lap-Top geschrieben. Plötzlich war da die Frage: wie sieht die aus, die das gerade geschrieben hat? Aha, habe ich gedacht, so also. Dann habe ich ein bisschen Pink in das Bild laufen lassen. Ohne Grund. Dann habe ich ein bisschen was zur Poetologie gelesen, weil ich mich von meiner Schreibarbeit ablenken wollte, um frischer wieder anzufangen. Ein bisschen gestöbert. Zum Beispiel hier:

http://www.editiondaslabor.de/blog/?p=25630

Selten kann ich mit allem etwas anfangen. Aber da ist dieser eine Satz, der hängen bleibt: „Das moderne Subjekt versucht, das eigene Bewusstsein aufzulösen, um die Differenz zur Welt schließen zu können.“ Das nehme ich mal mit. Es passt zu vielem, was ich denke. Ich würde es vielleicht anders ausdrücken. Würde sagen: Die Menschen haben es satt, „Subjekte“ zu sein. Es ist ihnen einsam damit. Sie wollen lieber wieder verschmelzen. In etwas aufgehen. Ich wünschte, sie wüssten, wie kostbar es ist, dass sie „Subjekte“ sein dürfen. So etwas. Aber ich könnte es natürlich auch so ausdrücken, wie ich es in vielen Jahren des Studiums durchaus gelernt habe.

Wenn ich heute als die Autorin schreibe, zu der ich mich habe werden lassen, endlich, dann schreibe ich es eben nicht mehr so, wie ich es im Studium gelernt habe. Nicht, weil ich es falsch fände, dann und wann in theoretischer Sprache zu schreiben, oder weil ich es verlernt hätte. Auf Nachfrage kann ich es noch ganz gut und tue es auch manchmal ganz gerne. Richtiger wäre also zu sagen: ich habe mich einer gewissen Bescheidwisserei, einer Teilnahme an bestimmten, abdichtenden Diskursen entlernt. Das war nötig. Von lange her. Und es war eine große Befreiung, aber zugleich auch eine harte und anstrengende und für mich unendlich fruchtbare Arbeit. Am intensivsten war sie, als ich an dem großen Achillesroman schrieb. Ein ganzes Jahr habe ich jede von Erwerbsarbeit und „Reproduktion“ freie Minute damit verbracht, den Text zu „enterklären“. So viel von der alten erklärerischen Gewohnheit hatte sich noch in ihm erhalten, es musste alles anders gearbeitet werden. Den Roman bespreche ich hier aber nicht. Er ist nun in der Welt, und ich freue mich, dass er da ist. Sie finden ihn auf meiner website und dürfen mich alles dazu fragen. Hier zeige ich Ihnen etwas aus dem ersten rein literarischen Buch, das ich gewagt habe, der Öffentlichkeit zu zeigen. Als ich das tat, war ich geradeidiotin.jpg 50 Jahre alt, hatte meine Hoffnungen auf eine akademische Karriere begraben und mich in die Abenteuer der Selbständigkeit begeben.

Das war eine etwas paradoxe Befreiung. Denn sie war eigentlich mehr ein Nachgeben, ein endlich mögliches Nachgeben gegenüber einem Impuls, den ich stark in mir hatte, seit ich überhaupt sprechen gelernt hatte (was, wenn ich meinen Eltern glauben darf, wogegen nichts spricht, sehr früh war). Lesen und Schreiben konnte ich mit vier Jahren, weil ich meinen älteren Schwestern und meinen Großmüttern alles „aus der Nase gezogen“ hatte, was ich wissen wollte. Als ich in die Schule kam, reimte ich spontan und krakelte munter drauf los, wie ich es verstand, war aber sehr enttäuscht, dass ich zusammen mit den Erstklässlern, die das Lesen und Schreiben erst noch lernen mussten, gezwungen wurde, immer wieder einzelne Buchstaben zu schreiben. Möglichst „schön“ – worin ich gar nicht gut war.

Es gab – damit wir uns richtig verstehen – auch andere sogenannte Begabungen, ich war vor einer gewissen Traumatisierung überhaupt nicht so schlecht in der Schule, und zeitweilig schien es, als sei meine eigentlichste Begabung bei guter Musikalität und allem doch vorzüglich das Malen. Das tat ich sehr lange sehr gern, auch noch im Erwachsenenalter, und nicht einmal schlecht – aber etwas anderes saß mir immer etwas im Nacken. Immer. Etwas wie ein Auftrag, so fühlte es sich an. Ich machte alles mit, was man so machte, ich war Pastorenkind und ging also zur Kirche (wo ich mir den tieferen Sinn der Sprache aus den in Frakturschrift gesetzten Gesangbuchtexten erschloss und mich über die von der Kanzel gepredigten Lehren nicht aufhörte zu wundern), lernte Blockflöte, etwas Geige, Verantwortung und dass du den Kopf nicht heben sollst, ich lernte die Namen der Blumen und der Vögel und wie man Lebkuchen backt. Wir durften viel probieren, solange die Schulnoten stimmten, und die langen Strecken zwischen dem jeweiligen Dorf, in dem wir lebten, und der Stadt, in der die Gymnasien lagen, lehrten uns Disziplin auf zwei Rädern. Wir lernten sehr besondere, hochgebildete, einfach tüchtige und schwer behinderte Menschen kennen, wir lernten Schwimmen und Politik, und wie es ist, wenn Hippies und konservative Bundesrepublikaner aufeinander treffen, während draußen die RAF und die Staatsmacht gegeneinander kämpfen. Wir lernten die Unsicherheit der erotischen Anfänge und die Sicherheit der sozialen Verpflichtungen. Ich machte alles mit. Aber immer war da noch dieser geheime Auftrag: bring es zur Sprache. Sage ganz genau, wie es ist, was du siehst, sage dazu auch noch genau, wie es sein könnte. Und lass dir nicht durchgehen, wenn es nicht so genau ist.

Das führte dazu, dass ich manchen manchmal wie „nicht ganz da“ erschien. Ich „ging nicht in den Sachen auf“, die sie für wichtig hielten – und manchmal dachte jemand, das sei, weil ich eben generell innerlich unterentwickelt sei und nicht die rechte Motivation hätte. Klar, ich redete ja auch nie so gehorsam das mit und nach, was sie mir so schön aus ihren jeweiligen Welten vorsprachen. Mal war es leichter, mal schwerer, sie davon zu überzeugen, dass ich es nicht aus bösem Willen so hielt, sondern weil in mir eben dieser Auftrag war, in Sprachsachen genau zu sein. Gerade meine Deutschlehrerinnen waren manchmal verzweifelt. Bei einer, die ich sehr mochte, hatte ich in einem extremen Jahr, das man heute das Jahr des MSA, des mittleren Schulabschlusses, nennt, die Zensurenfolge 1-5-1. Ich war überall 1 oder 2, aber in Deutsch plötzlich für ein Halbjahreszeugnis schlechter, nicht weil ich einen schlecht geschriebenen Text geliefert hätte, das hat sie jedenfalls nicht behauptet, im Gegenteil, sie schätzte meine „sprachlich reiche Ausdrucksweise“, wie sie es nannte, sondern weil ich das „Thema“ – gemeint war wohl eher die politische Aussage oder die „innere Schreibhaltung“ – verfehlt hatte, es war um Bürgerinitiativen gegangen, und ich als 15-jährige Schülerin war in einer organisiert, dazu sollte ich mehr als so „Sprödes, Abstraktes“ schreiben.

https://www.mao-projekt.de/BRD/NS/BRS/Braunschweig_AKW.shtml

Als junge Frau habe ich viel versucht, um trotzdem in der Welt zu sein. Das Freiwillige Soziale Jahr machte ich nicht „nur“ aus erhabenen Motiven, sondern auch, weil ich ganz genau wusste, ich würde nie im Leben wieder einen 40-Stunden-Job haben, bei dem ich am Ende des Arbeitstages wirklich Feierabend haben würde. Ich würde ja den Auftrag maximal für ein Jahr suspendieren können. Das war einfach klar. Studieren durfte ich enorm viel. Und so bin ich auch ganz gut durchgekommen. Habe diese ganzen Sprachen gelernt, die theoretischen und die theologischen, die soziologischen und philosophischen, wie es sich fand und bot.

Der Schreibdruck blieb, ich habe ihn abgeführt oder eingekastelt, wie es verlangt war. Es klappte nicht immer, aber ich fand Lehrer, die mich förderten. Dass ich trotz mancher Krise die Studien spät, aber mit Auszeichnung abschloss, hatte dann wieder viel mit Verantwortung zu tun: ich hatte zwei Kinder und also eine Familie zu ernähren. Ich habe mich ganz wahnsinnig zusammengerissen, um meine Magisterarbeit und meine Doktorarbeit so zu schreiben, dass sie gut bewertet wurden. Es hat mich ziemlich gequält, aber ich habe es gemacht, alle Hilfen in Anspruch genommen, die ich finden konnte, denn jemand musste Geld verdienen, und es sah ein bisschen nach etwas wie einer Chance aus. Dabei habe ich in den Texten immer ein paar lose Enden gelassen, das war für mich die Voraussetzung zum Weiterschreiben und machte mir Freude, aber es fiel zum Glück niemandem so richtig auf, im Gegenteil, da ich das Entscheidende so genau und irgendwie „klar“ und angepasst formulierte, freuten sich die Leute und fanden allenfalls, ich müsste jetzt mal aufpassen, dass ich nicht zu selbstgewiss werde. Klar, etwas war beängstigend an mir, das haben mir viele gesagt, und gemeint, sie müssten insbesondere benachteiligte Männer, oft aber auch einfach sich selbst vor mir schützen.

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Manchmal war ich trotzdem kühn und kam damit durch. Zum Beispiel habe ich am Institut  für Evangelische Theologie an der FU Berlin ein Seminar mit dem Titel „Sich der Bibel entlesen“ unterrichtet, in dem ich über die Beziehung zwischen literarischen Texten und biblischen Motiven sicher manchen der Studierenden interessante Kenntnisse vermitteln und meine erweitern konnte. Aber das war auch alles noch „im Rahmen“.

Im Hintergrund wimmerte immer „der Auftrag“. Über all die Jahre. Ich nahm mir manchmal winzige Pausen, in denen ich kleinere literarische Experimente machte. Das war alles Mist, meinte ich, es war nicht ausgereift, es war nicht ausgearbeitet, nur mal so ein bisschen drauf los erzählt, nur mal ein bisschen genauer gefasst, was du in den angesehenen Sprachen deiner Zeit sonst nicht so sagen darfst. Ich habe das meiste weggeworfen. Ich habe mich selbst als irgendwie bescheuert angesehen, weil ich so vieles in sogenannten Tagebüchern wegdrücken musste, was in den Gesprächen mit Menschen, so sehr ich es auch versuchte, einfach keinen Platz hatte. Es war der Stoff, aus dem das Problembild einer „gescheiterten Theologin mit pathologischer Graphomanie“ gemacht werden konnte. Und als mir mein Geliebter, der es wissen musste, Benjamin über das Tagebuch zu lesen gab und sagte, ich müsse über die Marotte hinwegkommen, habe ich nicht auf ihn gehört, war aber sehr beunruhigt.

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Sie werden jetzt vielleicht fragen: aber warum hast du denn nicht Literatur studiert? Die Antwort mag komisch klingen: Ich hatte früh das Gefühl, als Protestantin weißt du eh immer zu gut, „wie“ man etwas macht. Du kannst alles erklären. Du kannst alles lernen. Nur voll dabei sein, wenn du es machst: das kannst du nicht mehr – oder noch nicht.

Schreiben aber, das war für mich wie Atmen, das wollte ich mir als das erhalten, das man – ähnlich übrigens wie Kinder Lieben oder barfuß Laufen – einfach erst mal tut. Man kann dann schon auch ein bisschen was darüber lesen und vielleicht auch mal mit Leuten drüber reden, hier und da etwas bewusst machen und üben und so weiter. Aber das darf allenfalls danach kommen. Erst mal tust du es immer schon. Das habe ich daran geliebt. Natürlich musste ich ja trotzdem etwas lernen. So kam es zum Studium. Bei Theologie, Philosophie und diesem ganzen Wissenschaftskram ist es eben andersherum und so, wie die Leute es für normal und richtig halten. Mehr so wie beim Führerschein: du lernst erst mal ein paar Dinge, dann setzt du dich dran, erst noch in Begleitung eines Fahrlehrers, und nach einer Prüfung darfst du es dann selbständig tun. Es heißt auch Schreiben, wenn du die Texte verfasst, die ordentliche Veröffentlichungen werden können – aber es ist eigentlich mehr etwas wie mit Bauklötzchen, so kam es mir immer mehr vor.

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Ich habe noch lange versucht, die Investitionen, die ich getätigt hatte und die man in mich gesetzt hatte, zu retten. Habe gedacht, Himmel, wir leben in der Postmoderne, man darf sich, wenn man die Texte gelesen und verstanden hat und das, was einem besonders wichtig erscheint, ordentlich zitiert, schon mal was erlauben. Und manches wurde „Veröffentlichung“, was schon ganz schön „experimentell“ war. Ich war noch „vernünftig“ genug.

Aber der Auftrag wimmerte weiter. Und zugleich war es auch so, dass es eben im sogenannten äußeren Leben alles nicht mehr so lief. Ich war wie immer bestrebt, es so genau wie möglich in Worte zu fassen, aber die Worte, die mir genau und passend erschienen, schienen zu denen der anderen gar nicht gut zu passen. Mancher wollte mir helfen. Da waren die mit den Sprachen der Seelenkunde. Die wirklichen Profis, die ich auch mal in Anspruch nahm, als es mir so richtig an die Herzensangelegenheiten ging und ich unbedingt gefährliche, protestantische oder weiblich-masochistische innere Neigungen, meinen Gegnern entgegen zu kommen, in den Griff kriegen musste, waren nicht schlimm. Im Gegenteil, die haben mir sehr geholfen – ich glaube, so gut man damit durch sein kann, bin ich heute damit durch, kann mich um mich kümmern, wenn nötig, mich gut genug abgrenzen und alles dieses. Aber so selbsternannte Helden der Seelen- und Motivierungskunde, die immer aus dem Off operierten, uneingeladen, unübersehbar und fest gegründet in ihren Ideologien, die haben mir das Leben wirklich schwer gemacht – und sich womöglich auch. Denn ihr eigenes Missverständnis musst ja zwangsläufig zur Enttäuschung führen.

Vor mehr als 10 Jahren, 2007, habe ich, angeregt durch eine meiner Töchter, die das Format gebrauchte, meiner Neigung, den Auftrag zu erfüllen, freien Lauf gelassen. Ich habe das neben der Arbeit getan, jeden Tag einen „EinSatz“ geschrieben, bis ich glaubte, zu diesem Thema sei nun alles gesagt.

http://einsatzbuch.blogspot.com/2010/07/1115.html

Dann habe ich andere Sachen gemacht. Immer nebenbei. Ob das alles irgendwann einmal anerkannt werden wird, weiß ich nicht, und es ist mir relativ egal. Manchen Menschen macht es Freude. Andere ärgert es. Mich macht es glücklich.

Obwohl „äußerlich“ sehr vieles sehr viel schlechter und manches zwischendurch auch ein klein wenig wieder besser geworden ist, fühle ich mich in gutem Verhältnis zwischen „Subjekt“ und „Welt“. Meine Bücher haben keinen Verlag und verkaufen sich nicht. Vielleicht sind sie nicht gut genug, vielleicht entsprechen sie nicht dem Geschmack der Zeit. Aber ich mag sie – und manche Leute scheinen sie auch zu mögen. Ich habe nach wie vor für den Unterhalt viel Arbeit zu tun, die nur begrenzt dem Auftrag entspricht – aber ich darf diese Arbeit, seit ich nicht mehr für „Wissenschaft“ bezahlt werde, tun, ohne dafür auch noch „brennen“ zu müssen. So kann ich sie gern tun. Ich kann Arbeiten ablehnen, die von mir verlangen, mein Sprachgefühl eigenhändig zu vergewaltigen. Ich kann dann und wann journalistische Texte veröffentlichen, die sogar bezahlt werden. Ich habe mindestens drei literarische Texte fertig gekriegt, auf die ich immer noch stolz bin, und jede Menge weiteres im Kopf, zu dessen Verwirklichung ich hoffentlich noch die Zeit finde. Und obwohl ich keinen wirklich erfolgreichen Titel auf dem Markt habe, obwohl ich (noch?) weit davon entfernt bin, eine „Erfolgsschriftstellerin“ oder auch nur eine „Expertin und Buchautorin“ zu sein, fühle ich mich bei meiner Arbeit richtig, solange immer wieder Zeit bleibt für die „eigentliche Arbeit“ an meinem Auftrag.

Und was ist mit den Investitionen, die man meinetwegen getätigt hat? So mögen Sie vielleicht fragen, was mit der Philosophie, der Theologie, der großen politischen oder familiären Sache? Nun, werde ich antworten, das sind doch alles tolle Dinge, und wie schön, dass ich darüber so viel lernen durfte! Was wäre falsch daran, wenn ich einen Vortrag über mein „Spezialgebiet“ als einen schönen Text vorbereite und präsentiere? Warum müsste ich als Schriftstellerin auf das Sprechen über meine Werke beschränkt sein und in politischen Debatten den Mund halten, warum als Frau „dysfunktional“ sein, wenn ich auch noch einen Auftrag habe, mit dem ich weder meiner Lebenspartnerin oder meinem Lebenspartner noch irgendeiner familiären Tradition ganz und gar hingegeben diene?

Meine Idee vom Leben auch einer produktiven Frau ist, dass sie als Frau, als Tochter, als Mutter, als Bürgerin, als Teilnehmerin am Wirtschaftsleben doch trotz allem auch ihrer Bestimmung, wenn ich das mal so pathetisch ausdrücken darf, folgen kann. Und ich muss mich nur immer wieder wundern, wie wenig selbstverständlich das auch heute noch ist. Oder wieder?

 

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