Das Buch, das ich hier bespreche, ist von 1997, wenn auch immerhin erst 2017 in deutscher Sprache (in der Übersetzung von Kevin Vennemann) bei Matthes & Seitz erschienen. Die Serie bei amazon prime, ebenfalls 2017, ist vermutlich längst vergessen. Und schon als sie neu war, behauptete Isabella Reicher im Tagesspiegel kühn, sie lande 20 Jahre nach Erscheinen des Buches „in einem kulturellen Umfeld, das in Serien wie ‚Girls‘, Broad City‘ oder ‚Fleabag‘ die mannigfaltigen Möglichkeiten weiblicher Subjektivität – im Kunstbetrieb, an der Universität, im Alltag –, bereits erfolgreich durchgearbeitet hat.“

https://www.tagesspiegel.de/kultur/serie-i-love-dick-nach-chris-kraus-roman-tanz-um-das-alphatier/19909376.html

 

Tja, zu spät alles? Ich habe – mal wieder – eigentlich nicht den Eindruck. Vielleicht liegt es daran, dass ich eigentlich nie glaube, Zeit für das Anschauen von Serien zu haben? Nein, auch das glaube ich nicht. Von der Amazon-Serie habe ich nur den Trailer angeguckt – der praktischerweise in den Rezensionsartikel des Tagesspiegel eingebettet ist. Und das habe ich auch erst getan, als ich mehr über das Buch wissen wollte, das ich gerade gelesen hatte. Da erst wurde ich gewahr, dass dieses Buch offenbar seit langem viel bekannter war als ich dachte, ja, dass ich es eigentlich doch schon lange hätte kennen sollen. Aber für ein gutes Buch ist es nie zu spät – und dieses habe ich eben gerade erst gelesen.  Eine Freundin, die ich für jung halte, weil sie erst irgendwas um 40 ist, während ich fast 60 bin, brachte es mit. Sie wollte unbedingt wissen, was ich über dieses Buch denke, denn bei ihr habe es einiges in Bewegung gesetzt. Wenn es so ist, dann sage ich nicht nein.

Worum geht es? Es handelt von einer verheirateten Frau, einer Intellektuellen, die sich uns als die mit ihren eigenen Ambitionen gescheiterte Begleitung ihres erfolgreichen Mannes vorstellt. Ihr Beitrag zum Lebensunterhalt ist irgendwas mit Immobilien. Er hilft dabei. Sie hilft ihm, seine Erfolge zu feiern, und versucht sich selbst im Filmen, leider ohne Erfolg. In diese hauptsächlich von Gewohnheit zusammengehaltene Ehe bricht die plötzliche wilde Verliebtheit der Frau in einen fremden Mann, der wie ihr Mann ein bekannter amerikanischer Intellektueller ist, ein. Alle Beteiligten sind postmoderne Intellektuelle, psychoanalytisch gebildet und sehr offen. Und nun macht die Frau also – teils gemeinsam mit ihrem Mann – aus der Verliebtheit etwas wie ein briefromaneskes Konzeptkunstwerk. Das Buch, geschrieben in der Form der Briefe an Dick, enthält theoretische und feuilletonistische Ausführungen ebenso wie leicht pornografische Szenen, und es ist vor allem ein eigenartig feministischer Aufschrei. Obwohl auf der Höhe der anderen Aufschrei- und Metoo-Debatte in Deutschland zu Ruhm gelangt, hat er jedoch mal nichts mit Frauen als Opfern von Übergriffen – sondern mit dem weiblichen Begehren selbst zu tun. Und so habe ich über das Internet zur Kenntnis genommen, dass ganz viele junge Frauen sich eben doch mit der Erzählerin identifiziert haben.

 

https://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/41/chris-kraus-schriftstellerin-i-love-dick/komplettansicht

 

Das ist alles richtig, was da im Interview steht. Und dennoch: Ohne die persönliche Frage meiner Freundin wäre ich wahrscheinlich nicht über die ersten zwanzig Seiten gekommen, denn irgendwie habe ich mich erst einmal gelangweilt. Sie müssen das verstehen: in meinem Alter hat eine Frau schon einiges hinter sich. Wer keine Karriere und die Wechseljahre hinter sich hat, muss sich vor der angeblich in dem Buch thematisierten „Selbstentblößung“ nicht fürchten, denn man weiß längst, wie es ist, von ungebetenen Anderen entblößt zu werden; dass darauf eigene Offenheit die einzig wirksame Antwort ist, ist nichts Neues. Und Paarkonflikte oder dergleichen stehen nicht obenan auf der Liste meiner Interessen, denn ich lebe seit langem allein. Nicht weil ich das toll fände, sondern weil es sich so ergeben hat. Es ist nicht mein Traum vom Glück, aber es ist mir meistens auch nicht besonders unangenehm.

 

Freilich, es war nicht immer so. Und ob alleinlebend oder nicht – ich war für einige Jahre ein bisschen mit der Welt, die Chris Kraus in diesem Buch beschrieben hat, vertraut: mit dem Schleudertrauma, in das man durch berufliche Unsicherheiten und private Risikobereitschaft aus Leidenschaft geworfen werden kann. Vertraut war ich auch mal mit diesen Großintellektuellen und ihren internationalen Adorationskollektiven, mit diesen Dinner-Parties, auf denen du allenfalls in Begleitung eines Taxifahrers mehr wärest als „die Begleitung von“, mit diesen Konferenzen, auf die du vielleicht eigentlich wegen deiner Arbeit eingeladen wurdest, von Leuten, mit denen du schon lange arbeitest – aber weil du deinen neuen großintellektuellen Freund mitbringst, denken und sagen alle, du bist nur da, weil er dich da hingeschoben hat. Manche sagen es derber und sprechen vom „Hochschlafen“. Also das alles kannte ich gerade in den Jahren, in denen das Buch geschrieben wurde, ziemlich gut, und lernte es täglich besser kennen. Und dafür hat Chris Kraus viele viele wunderbare Worte gefunden.

 

Ob die Serie diese Welt sehr gut darstellt, weiß ich nicht, das lässt der Trailer nicht erkennen. Aber das Buch tut es. Und die eigentliche Heldin jedenfalls des Buches, das ich gelesen habe, ist auch nicht etwa die „Ehefrau auf Abwegen“ oder dergleichen (gerade der Eheplot ist das Langweiligste an der Sache, und nicht einmal das Traurigste, auch wenn viel Trauer darin ist, nicht nur, weil die Ehe am Ende natürlich geschieden wird). Die eigentliche Heldin des Buches aber ist das frühere Ich der Erzählerin. Das deutet sie selbst immer wieder überdeutlich an, indem sie etwa fragt, ob sie ihr jüngeres Ich noch retten könne. Dieses verschüttete Ich kann sich selbst erst erzählen, als jener doppeldeutige Dick zum überraschenden und verwirrenden Zielpunkt ihres Begehrens wird. Und dieses frühere Ich heißt in der deutschen Übersetzung die ernsthafte junge Frau (189 und öfter). Manchmal auch das hässliche Mädchen.

 

„Was mir die Lust am Feminismus der Experimentalfilmwelt verdorben hat, ganz abgesehen von all den sterbenslangweiligen Jacques-Lacan-Lesegruppen, war seine so aufrichtige Auseinandersetzung mit dem Dilemma des hübschen Mädchens. Als hässliches Mädchen betraf mich das nicht sonderlich.“ (198)

 

Dieses besonders exponierte Mädchen, „aus der Spur geraten“, exponiert „auf der Bühne zwischen den Dichter-Männern, die das Denken darstellten, und den Schauspiel-Frauen, die sich selbst darstellten“ (194), dieses Mädchen ist nicht hässlich, weil irgendetwas an ihrer natürlichen Ausstattung nicht stimmte. Auch wenn wir das natürlich alle immer denken. Nämlich von uns selbst. Die Chris im Buch hat Morbus Crohn und ist also immer zu dünn – bei mir war es, dass ich immer zu groß war, bei anderen ist es, dass sie immer zu klein oder zu dick sind. Aber in Wahrheit ist es wohl vor allem immer dasselbe, das uns, um es mit den Worten von Kraus zu sagen, „aus der Spur geraten“ lässt und „hässlich“ macht: Ein „Verhaltensdefizit“, das etwas mit Intellektualität und der Neigung, Gedanken ernstzunehmen, zu tun hat.

 

Zu den Gedanken, die wir ernsthaften jungen Frauen immer zu ernst genommen haben, gehört sicher, dass unser eigenes Begehren und Tun wichtiger sei als unsere „Rolle“ als „Muse“ oder „Objekt“ des Begehrens von Männern. Das war ja in unseren frühen Jahren, den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, durchaus eine Idee – von Männern und Frauen gleichermaßen, übrigens. Und zu den Verhaltensdefiziten der „hässlichen Mädchen“ gehört sicher, dass wir sowieso vor aller Gesinnungserziehung und Motivationstortur aus „intrinsischen“ Gründen alles mögliche gelesen und gelernt und auf eigene Verantwortung durchdacht haben. So etwas darf man zwar bekennen – aber wenn es drauf ankommt, darf man es um Gottes Willen nicht erkennen lassen. Denn die Frage, ob man selbst begehrenswert ist, ist nun einmal außer von ein paar Äußerlichkeiten (zu denen der Anschein von eher mittlerer Bildung durchaus gehören kann) vor allem davon abhängig, dass man das eigene Begehren (schon das nach eigenem Ausdruck und Mitsprechen und Anerkennung, um wie viel mehr das sexuelle Begehren) eher verleugnet.

 

Diese Dinge beschreibt Kraus exzessiv. Man könnte gegen sie einwenden: Das Frauen herabsetzende Macho-Verhalten aller Kulturen zeige doch, dass auch Männer glauben, ihr Begehren und etwaige zärtliche Regungen eher verbergen zu müssen. Die allfällige Projektionshypothese freilich könnte eher zu der Annahme verführen, sie glaubten das, weil sie eben ihrerseits auf ausdrückliche zärtliche Regungen von Frauen oft herabsetzend reagieren, auf abweisendes und „narzisstisches“ Verhalten hingegen mit gesteigerter Mühe antworten. Kraus vermutet erst gar nicht solche Sachen. Für sie ist klar, dass die Männer da ein Problem haben. Ich neige dazu, ihr Recht zu geben, denn wenigstens in meinem eigenen kleinen Horizont habe ich tatsächlich den Eindruck, dass Frauen doch meist auf die unmittelbare und selbstverantwortete Äußerung von Begehren selbst in der Zurückweisung noch mindestens freundlich reagieren. Vielleicht sind aber nur die ernsthaften jungen Frauen so?

In meiner durch die sozialen Medien erheblich erweiterten Perspektive jedenfalls werde ich auch Zeugin davon, wie ein Mann meines Alters mit der ziemlich eindeutigen Veröffentlichung von herabsetzenden Äußerungen über alle möglichen Frauen, mit denen er (vermittelt durch Tinder) Sex hatte, lebhaften Zuspruch und regelrechtes Werben von Frauen erfährt. Er macht von sich aus mehr als deutlich, dass er erbarmungslos über jede Abweichung einer seiner Eroberungen von seinem persönlichen Frauenideal herziehen wird – und es finden sich anscheinend jede Menge Frauen, die gerade deswegen auf alle Weisen versuchen, ihn zu psychologisch korrekterem Liebesverhalten zu gewinnen. Ist das deren persönlicher Masochismus? Ist das ihr eigener weiblicher Beitrag zu einer miserablen, frauenverachtenden Kultur? Und wenn ja, warum? Für die Lacan lesende Chris Kraus wären diese Frauen wahrscheinlich „Schauspielerinnen“, die von sich hysterischerweise glauben, sie hätten das, was diesem Mann fehlt. Sie selbst hingegen glaubt so etwas nicht. Sie sucht einfach Liebe.

Die Schlüsselszene zu diesem Teil des Themas hat einen zusätzlichen lacanianischen Knoten. Der adressierte Held aller Fantasien der Ich-Erzählerin, Dick, wehrt sich nicht konsequent gegen das tendenziell übergriffige briefliche und telefonische „Werben“ der Frau. Etwas daran scheint ihn durchaus anzusprechen. Er will nur klar machen, dass er keinerlei Verantwortung für irgendwas übernimmt, was da passieren könnte. Und also macht er sich zum unentschlossen willigen Objekt der Begierde, das sich unter Umständen, freilich zu seinen Bedingungen, erobern ließe. Die Frau soll, als wäre sie in einer lacanianischen Psychoanalyse, an seiner spiegelnden Wand ihr eigenes Begehren entdecken – und dafür die Verantwortung übernehmen. Und zwar allein, wie sie gekommen ist. Das ist natürlich das Gegenteil einer Beziehung – und doch ist Beziehung das, was sie ja begehrt. Hier also, was sie findet:

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Als ich da angekommen war, hatte ich längst den Punkt überschritten, bis zu dem man noch aufhören kann. Ich musste nun also weiter lesen. Ich wollte wissen, wie sie da wieder heraus kam. Dabei war das Mittel längst klar: radikale Wahrhaftigkeit. Nur weiß man, wenn man das weiß, ja immer noch nicht, was diese eigentlich an den Tag bringen wird. Also las ich weiter. Wieder kam etwas hervor, was ich durchaus kannte: Das war dieses Bewusstsein der eigenen Triebhaftigkeit. Kraus beschreibt, was wohl viele von uns kennen: Frauen können das oft nur mühsam erwerben – und dann sollen sie es bitte sofort wieder vergessen, weil die weibliche Wahrheit zu der Triebhaftigkeit der anderen besonders dann nicht passt, wenn Frauen einfache heterosexuelle und vielleicht auch auf Dauer gerichtete Wünsche haben. Um ganz zu lesen, wie Kraus das darstellt, ertrug ich all ihr aufgeregtes Geschnatter über diesen oder jenen postmodernen Künstler oder Theoretiker – es war zum Teil wirklich informativ und interessant – all das redsüchtige Torkeln durch eine von vornherein als unmöglich erkennbare Beziehung mit allem, was mir daran bekannt, und allem, was mir daran fremd war. Belohnt wurde meine Mühe immer wieder durch wirklich sehr gute, treffende Sätze. Das konnten erzählende Sätze sein – „Ich liebte Brenda sofort. Sie war mein Proll-Korrelat – eine manisch-depressive Ketten-Sprecherin, die ihre gesamte Energie in den Ankauf verwahrloster Häuser steckte, deren Besitzer in finanzielle Not geraten waren.“ Es konnten aber auch Sätze sein, die ein bisschen das Epitheton „feministisches Manifest“, mit dem das Werk in seiner Hype-Zeit geehrt wurde, rechtfertigten. Insbesondere natürlich die auch in der Übersetzung in Großbuchstaben gesetzte Frage:

„WER DARF SPRECHEN UND WARUM? DAS IST DIE EINZIGE FRAGE“ (210).

Oder: „Im 19. Jahrhundert eine Frau zu sein, bedeutet, den Zugang zu allem Unpersönlichen verwehrt zu bekommen.“ (217)

Das hat mich gewundert. Wieso das Unpersönliche? Ein Übersetzungsproblem? Bei längerem Nachdenken schien mir hinter dieser Formulierung etwas wie ein Syllogismus zu stecken, dessen Erbarmungslosigkeit Kraus in diesem Text an sich selbst zu vollstrecken scheint. Zunächst sieht es aus, als wolle sie nur anklagen: Wie sehr immer die Männer das Überpersönliche darstellen, aber sehr persönlichen Vorteil aus ihrer „Objektivität“ ziehen – und wie sehr die Frauen immer wieder auf „sich selbst“ zurückgeworfen zu werden scheinen, was ihnen regelmäßig persönlich und „objektiv“ zum Nachteil gereicht. Sylvere, der Mann, mit dem Chris noch verheiratet ist, als sie ihren Schwarm aufsucht und mit ihm schläft und von ihm enttäuscht wird, sagt ihr nach ihrer Rückkehr: „‚Du lernst es einfach nicht!…Du suchst einfach immer weiter nach Zurückweisung! Es ist immer dasselbe Problem mit dir und den Männern!‘“ Und sie fügt direkt an: „Doch ich bin überzeugt, dass dieses Problem viel größer ist und vor allem kultureller.“ (187)

Kraus beschreibt kurz darauf aus der Erinnerung einige sexuelle Szenen mit Männern, die sie in ihrer Studienzeit erlebt hat. Verletzende Sprüche post coitum gratis dazu wie: „Du törnst mich nur dann an, wenn ich mir vorstelle, du seist eine Hure“, oder: „Ehrlich gesagt verdiene ich hübschere, gebildetere Freundinnen“. Sie nennt Namen und Adressen. Und kommentiert in gejagter Einfühlung: „Was soll man mit der ernsthaften jungen Frau (kurze Haare, flache Schuhe, der Körper leicht gebeugt, der Kopf fliegt hin und her zwischen den Büchern, die sie gelesen hat) nur anfangen? Man prügelt sie, fickt sie in den Arsch und behandelt sie wie einen Jungen. Die ernsthafte junge Frau suchte überall nach Sex, doch wenn sie welchen fand, erwies er sich als Zersetzungsübung. Was trieb diese Männer nur an? Rief sie etwa Hass in ihnen hervor? Fühlten sie sich in irgendeiner Form dazu herausgefordert, die ernsthafte junge Frau in eine Femme zu verwandeln?“ (195)

Das ist hart auf den Punkt gebracht und mitten hinein in die wohlgeordnete Atmosphäre jeder Dinner Party. Kraus ist meine Generation – und ja, so ähnlich war das auch in Deutschland zu erleben. Die sexuelle Revolution fraß vornehmlich ihre Töchter. Selbst längst Mutter von erwachsenen Töchtern, fürchte ich, es gibt nicht viele Gründe für die Vermutung, dass es heute wesentlich anders ist. Sollte sich irgendwo noch eine ernsthafte junge Frau in einer Kulturszene herumtreiben, wird man es ihr nach wie vor zeigen, oder? Auch heute wird sie immer in Gefahr sein, entweder trotz optischer Mängel oder wegen optischer Makellosigkeit zum Groupie eines wichtigen Mannes degradiert zu werden, oder eben, noch schlimmer, gleich entweder völlig desexualisiert oder aber einer sadistischen Umerziehungssexualität unterworfen zu werden. Jedenfalls dürfte das für die heterosexuellen Milieus gelten. Und wenn es heute einen Grund zur Hoffnung auf etwas humanere Verhältnisse gibt, dann womöglich nur den, dass wir uns mehr auf queere Sorten von Sexualität konzentrieren, wo wir öffentlich über Sex sprechen. Wodurch wir Gelegenheit genommen haben, mehrheitlich von der Idee abzukommen, es könnte auch eine begehrende weibliche Heterosexualität und eine eigene weibliche Intellektualität formuliert werden. Heute gibt es ja schon wieder tüchtige „Kulturnonnen“ (verheiratet oder nicht, fromm oder nicht), die allen Ernstes allen anderen Frauen klarmachen wollen, dass sie nicht alles haben können.

https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2012/07/why-women-still-cant-have-it-all/309020/

Slaughter spricht von Kindern und Familie usw., aber natürlich hat sie damit den Diskurs über weibliche Heterosexualität nur wieder tiefer begraben. Wo heterosexuelle Beziehungen entweder in wieder recht konservativ wirkenden Familiendiskursen (wie vereinbaren Männer und Frauen Beruf und Familie, wie bleibt man zusammen, auch wenn einer mal einen Seitensprung riskiert hat, wie wollen wir unsere Kinder erziehen usw.) oder in der völlig berechtigten Anklage gegen Übergriffe von Männern auf Frauen diskutiert werden, da dürfte jedenfalls die Suche der ernsthaften jungen Frau nach Sex seltener geworden sein.

Natürlich soll man die Hoffnung nicht aufgeben. Aber welche Hoffnung? Für mich ist es immer noch die Hoffnung, mit der meine Generation und die vor ihr den feministischen Aufbruch wagte und die Kraus ebenfalls formuliert: dass auch uns etwas Lust zusteht, dass auch wir ein Recht hätten, mit zu sprechen, nicht nur im allgemeinen, sondern gerade auch in unseren eigenen Angelegenheiten, gerade da, wo sie das Allgemeinste, das Sexuelle betreffen – und ich habe nicht den Eindruck, dass diese Hoffnung wirklich vor der jüngeren Frauengeneration zur Lächerlichkeit geworden wäre; oder dass sie alle sicher wären, es wäre schon alles getan. Wenn ich auf Facebook als stille Beobachterin die Berichte jenes Kollegen von seinen sexuellen Abenteuern mit immer von ihm für letztlich unattraktiv befundenen Frauen still mitlese – die natürlich immer zu viel wollen, wenn er längst wieder woanders ist – dann habe ich nicht den Eindruck, er und seine weiblichen Fans würden mit unserer Generation aussterben und seien eben einfach nur ein Überbleibsel einer untergehenden Epoche. Vielmehr denke ich, das Buch von Kraus, ihr Aufschrei, bekommt gerade rechtzeitig wieder mehr Aufmerksamkeit.

Gerade der Syllogismus oder die quasisyllogistische Figur des „Unpersönlichen“, die Kraus bloßlegt, ist so aktuell wie eh und je. In drei Schritten formuliert:

–––––––––––––––––––––––––

  1. Kultur ist das, was das Persönliche überschreitet, das „Unpersönliche“.
  2. Nur wer Zugang zum Unpersönlichen der Kultur hat (wer in ihr SPRECHEN DARF), hat auch Zugang zu persönlicher Befriedigung.
  3. Wer für die Befriedigung der Leute mit dem Kulturzugang sorgt, um seine eigenen persönlichen Bedürfnisse zu decken, muss selbst auf sein Persönliches beschränkt bleiben, darf aber auch darin keine Befriedigung erfahren.

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Dieses Muster der Platzanweisung für Frauen ist dabei, unsere kleinen Fortschritte in der Gleichberechtigung von zwei Seiten wieder in die Zange zu nehmen und zunichte zu machen. Da sind einerseits unsere kulturellen Eliten, die nach wie vor oft so funktionieren, mehr oder weniger explizit. Und da sind andererseits ganze Gesellschaften, die nie auch nur ernsthaft angezweifelt haben, dass es so zu funktionieren hat. (Wann immer sie es doch erwogen, kam ja auch gleich ein Krieg oder Bürgerkrieg in ihre Gebiete – und im Krieg pflegen sich schroffpatriarchale Muster allgemein bestens zu erholen, die in Friedenszeiten durch Kampf und Leistungen der Frauen und durchaus auch öfter durch friedlichere Wünsche der Männer an Legitimität eingebüßt haben. Aber das mit der Wechselwirkung von Krieg und Patriarchat ist ein eigenes Thema, das ich hier nur andeute, um anzumerken, dass ein besseres Verständnis der Gründe, aus denen Frauen und Männer nach wie vor sehr unterschiedliche Wünsche an ihre Beziehungen haben, möglicherweise auch bei der Suche nach neuen Wegen aus kriegerischen Konflikten helfen könnte).

Der Sarkasmus, mit dem Kraus zusammenfasst, wie hart Flaubert mit seiner verlassenen Geliebten Louise Colet umgeht, ist so bitter wie gründlich. Da Louise ein Gedicht über das Ende der Liebe der beiden geschrieben hatte, weist er sie zurecht, Kraus zitiert: „Du hast die Kunst zu einem Ventil der Leidenschaften gemacht, zu einer Art Nachttopf, um den Überlauf von was auch immer einzufangen. Das riecht nicht gut! Es riecht nach Hass!“ Überflüssig zu sagen, dass der Hass natürlich der Hass des Verfassers auf eine Frau ist, die zugleich femme sein und schreiben will, das aber nicht bekommt. Kraus sagt, dass das Recht, die eigene Erfahrung mit dem „Unpersönlichen“ der Kultur in eine autoritative Verbindung zu bringen, den Frauen auch im 20. und frühen 21. Jahrhundert noch keineswegs zugestanden wird. Sie zeigt es in einer brillianten Passage über Hannah Wilke und ihre Rezeption. In ihr sieht sie eine der wenigen wirklich schönen Frauen, die sich dennoch nicht zur üblichen Schauspielerei der femme verleiten lassen und gerade deswegen als schöne Frauen zugleich ernsthaft und witzig sein können. Freilich um den immerselben Preis – sie ziehen den Wunsch, sie auszulöschen an.

Sprechen wir weiter über den Preis. Gerade in der gehobenen Kulturszene der westlichen Welt des späten 20. Jahrhunderts, in der I Love Dick angesiedelt ist, haben viele Frauen viel Energie darauf verwendet, Zugang zum Unpersönlichen zu bekommen. Vielen ist das durchaus gelungen. Problem Nr. 1 scheint allmählich gelöst zu werden. Oft jedoch besonders in den älteren Generationen um einen ziemlich hohen Preis. Noch heute ist in Wissenschaftskreisen und in der Politik der Anblick von irgendwie steril wirkenden, von anderen dann gern als gouvernantenhaft belächelten Frauen vertraut, die sprechen dürfen, weil sie kompetent und betont unpersönlich sprechen. Vielen von ihnen, die unter großen Opfern wenigstens diese Art der Emanzipation erlangt zu haben scheinen, wird der kreischend schmutzige, vor Pornografischem ebensowenig wie vor wüster Verwirbelung intellektueller Brocken und Bröckchen zurückschreckende Feminismus von Kraus möglicherweise überholt vorkommen: Hätte sie nicht auch ein paar steife kunsthistorische Essays oder Bücher schreiben können? Nebenbei heiraten, einen guten Mann, usw.? Musste sie sich so in den Dreck werfen?

So zu fragen, wäre natürlich ein grobes Missverständnis. Tatsache ist offenkundig – so jedenfalls wird es in dem Buch mitgeteilt – dass auch Chris Kraus, die sich selbst im Laufe des Buches immer öfter als einen „Itzig“ bezeichnet, ehrlich versucht hat, in einer Geisteswelt Fuß zu fassen. Zwar war sie nicht aus so gutem Hause, dass sie ausreichend Geld zur Verfügung gehabt hätte, um trotz aller Hindernisse – zu denen sie auch ihre Jüdischkeit zählt, sofern diese sie gegenüber den christlich dominierten Moralen schon in eine Außenseiterposition im „Unpersönlichen“ neigt – schließlich in der Klasse der Sprechenden und Sauberen anzukommen. Die Zeit war für jüdische Intellektuelle in Amerika nicht soo schlecht, sie nahm sich Zeit, herumzusuchen, studierte bei Richard Schechner und klagt ihn in dem Buch an, ihr Leben ruiniert zu haben. Während er „die Gruppe gegen mich aufbrachte, weil ich zu vergeistigt sei und mich wie ein Junge verhielte“, fragte sie sich, ob all ihre leidenschaftlichen Interessen und Überzeugungen „nicht lediglich Ausflüchte waren, um einer sehr viel größeren Wahrheit zu entgehen, nämlich der Existenz meiner Fotze?“ Unfähig, in dieser Szene „Sex möglichst geschickt zum Einsatz zu bringen“, verdiente sie ihre Miete, indem sie mehrmals die Woche oben ohne tanzte. „Ich erkundete die Kluft zwischen Denken und Sex, so dachte ich jedenfalls, und ließ Anwälte an meiner Muschie riechen, während sie sich unterhielten.“ (190)

Es sind diese Dinge und Gedanken, die in den neuen Reinheitsmoden keinen Platz haben, und auch nicht in den Benjamin-seligen Diskursen über die Dirne. Kraus beschreibt ein auf alle Weisen „hybrides“ Studentinnenleben, aus dem die Männer immer im besten Sinne „erfahren“ hervorkommen, während die Frauen ewig an „persönlichen Problemen mit ihrer Sexualität“ (ihr Ausdruck) herumlaborieren, von denen sie sich erst zu lösen haben, bevor sie irgendwo anerkannt werden können.

Tatsächlich erzählt sie im Buch und noch viel mehr im ZEIT-Interview 20 Jahre später dennoch relativ gelassen über einen Job in einer Oben-ohne-Bar, den sie als Studentin wie viele andere Studentinnen auch für zwei Jahre gemacht hat – unter anderem, um ihre Ausstellungen, das Recht, ihre Bilder zu zeigen, zu finanzieren. Und doch dürfte gerade dieser Teil für diejenigen Frauen, die es – um den benannten Preis – zum Mitsprechen im „Unpersönlichen“ mittlerweile geschafft haben, die schwierigste Lektüre sein. „Saubere“ Frauen (etwas völlig anderes als die ernsthafte junge Frau von Kraus) pflegen sich von jeher gegenüber der Institution Prostitution prinzipielle Blindheit zu verordnen. Es hilft der friedlichen Koexistenz mit Kulturmännern, deren Befriedigung sich in der Regel nicht nur innerhalb einer Ehe oder Partnerschaft abspielt. Das berühmte „Augen zu und an England denken“, das angeblich eine viktorianische Mutter ihrer Tochter verordnete, damit sie den von ihr selbstverständlich verabscheuten Geschlechtsakt überstehen konnte – die meisten in der modernen westlichen Welt beruflich und familiär erfolgreichen Frauen verordnen es sich selbst gegenüber der großen Wahrscheinlichkeit, dass auch ihr geschätzter Kollege, dass auch ihr verehrter Gatte vermutlich von der allgemeinen bezahlbaren Zugänglichkeit weiblicher Körper für männliche Gelüste gelegentlich Gebrauch macht.

https://www.mundmische.de/bedeutung/24554-Schliess_die_Augen_und_denk_an_England

In diese selbstgewählte Blindheit, in dieses Schweigekartell, knallt das Buch von Kraus laut hinein. Denn die ernsthafte junge Frau, die sie entwirft, begehrt selbst: begehrt, mitzusprechen, begehrt, zu wissen, begehrt Sex und Liebe. Und sie kämpft selbst noch in den Läden, in denen sie sich zum Objekt für die lächerlichen Nebenbegierden „sauber“ bleibender Männer macht, zuallererst um ihr eigenes Begehren. Dort wie auf den Dinner-Parties wie in den Debattenzirkeln wagt sie es, sich als Begehrende Zugang zum „Unpersönlichen“ erkämpfen zu wollen. Ihr Recht am „Unpersönlichen“ kommt spät – nämlich genau durch ihre radikale Beschreibung ihrer Verliebtheit mitten aus einer Ehe heraus. Es kommt genau durch die „Selbstentblößung“, die ihr als Verstrickung ins zu Persönliche drohend vor Augen gestellt wird (vor allem wohl, weil die beteiligten Männer Angst haben, ihrerseits entblößt zu werden und dann wirklich fürs „Unpersönliche“ irgendwie versaut zu sein). Dass dieses Wort, „Selbstentblößung“, überhaupt so eine Kraft entfalten kann, bis in die Gespräche zwischen mir und meiner jüngeren Freundin, das hat mich eigentlich gewundert. Denn an sich ist der Slogan, dass das Private politisch sei, ja nun wirklich schon etwas älter. Und das ist Chris Kraus natürlich sehr wohl bewusst. Und tatsächlich benennt sie schließlich noch den Verdacht, dass in all dem Sprechen über Queer und Trans usw., das ja alles nicht unwichtig ist, doch eine relativ verbreitete Sache erstaunlich unterschätzt wird:

Mein gesamter Daseinszustand hat sich verändert, weil ich zu meiner Sexualität geworden bin: weiblich, hetero, ich will Männer lieben, gefickt werden. Ist es irgendwie möglich, dass sich damit so leben ließe wie ein schwuler Mensch lebt, also mit Stolz? (222)

 Kraus schreibt, sie habe dies in ihr Notizbuch geschrieben, nachdem sie einen Traum von toten Schildkröten geträumt hat, und kurz bevor sie über eine Erzählung von Peter Handke (Der kurze Brief zum langen Abschied) und ein Gemälde von Kitaj schreibt – und in beiden die Beziehung auf John Ford thematisiert, die sie dann wieder mit ihrer Beziehung zu Dick vergleicht.

Diese Liebe zu Dick, die sie eben nicht einen „Crush“ oder eine „Verliebtheit“ nennt, sondern immer „Liebe“, diese Liebe zu Dick ist und bleibt tatsächlich das einzige stabile Thema des Buches. Sein Focus, sein Zentrum. Aber das Objekt dieser Liebe, Dick, würde wohl eher Hans Erich Nossack zustimmen, wenn der schreibt: „Liebe hat keine Stete“. Dick verbindet mit Sex keine Erwartungen an eine dauerhafte Beziehung oder irgendeine ernste Inspiration. Für ihn ist das alles erst dann wichtig, als die Veröffentlichung von Chris’s Briefen ihn mit seinem so unpersönlichen „Persönlichen“ bloßzustellen droht. Vorher ist seine Seite der Sache, was ich hier über diese Besprechung gesetzt habe:

 

„Der Gedanke ist mir nicht unangenehm“.

 

 

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Nachtrag:

 

 

Ihren letzten Brief an Dick, nachdem sie völlig enttäuscht bemerken musste, dass er sie wirklich nicht liebt, lässt Chris Kraus wie folgt enden:

 

„Lieber Dick, keine Frau ist eine Insel-in. Wir verlieben uns in der Hoffnung, uns an jemandem festhalten zu können, um nicht zu fallen.“

 

Mir schien, ebenso gut hätte sie schreiben können: „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ Denn aus allem vorigen geht klar hervor, dass die Männer, die sie liebte, jedenfalls die Sexualität nicht mit irgendeiner Bindung in Verbindung gebracht haben. Im Gegenteil, männliche Sexualität erscheint hier wie im Grunde fast überall geradezu ein Bindungssprenger. Sofern Männer Bindungen eingehen und diese mit Sexualität verbinden, machen sie das trotz einer eigentlich nicht auf Bindung angelegten Sexualität. Während die weibliche Sexualität selbst noch nach diesem wilden literarischen Ritt von Kraus, in dem sie als eine bindungssprengende und so allgemeine formuliert wird, dass Männer im Plural vorkommen – „ich will Männer lieben, gefickt werden“ – am Ende eben doch dasjenige ist, was Frauen nach einer Bindung streben lässt.

Was nun? Mal angenommen, es wäre so, wie es in diesem Buch erscheint – und ich kann nicht bestreiten, dass vieles dafür spricht – warum dann überhaupt noch das Begehren zur eigenen Sache machen? Wäre dann nicht die gnostisch-frühchristliche Lösung der „Keuschheit“ und ihre säkulare Schwundstufe der „sauberen Frau“ der einzige Ausweg? Und müssten „wir“ – also die paar Frauen, die selbst, und die vielen Frauen, die „durch ihre Männer“ die Welt mitgestalten – nicht wirklich wieder, wie es die religiösen und nichtsoreligiösen Reaktionäre aller Lände längst von allen Dächern pfeifen, dann eben im Interesse der Zivilisation überall bewusst und absichtsvoll Oben-Ohne-Bars und Prostitution vorhalten für die alle friedlichen Ordnungen (in Kriegen und in Friedenszeiten) sprengenden Überschüsse männlicher Sexualität? Müssten wir, mit anderen Worten, nicht daran mitarbeiten, dass alles bleibt wie es ist?

„‘Du bist nicht schön, doch sehr intelligent‘, sagt der mexikanische Gigolo in dem Film A Winter Tan zu der 38-jährigen jüdischen Heldin aus New York. Und natürlich weiß man in diesem Moment ganz genau, dass er sie töten wird.“ (195)

Chris Kraus liefert gewichtige Gründe gegen eine derartige Geste der Resignation. Wo es „saubere Frauen“ wieder als einzige Möglichkeit einer akzeptablen weiblichen Existenz gäbe – da wäre die „Hure“ mitgedacht wie der Sklave zur Freiheit. Beide hätten allein alle Verachtung für das zu tragen, was die Herren beider in einer widerwärtigen Geste von sich selbst weghalten und auf andere abschieben: die Angst vor der Schwäche des „persönlichen“ Lebens. Und „Huren“ oder „Sklaven“ wären nie nur die, an denen es ausdrücklich dran stünde. Sondern immer auch die anderen, die ernsthaft Verantwortung für ihr eigenes Begehren und ihre eigene Hingabe übernehmen – selbst wenn sie von wieder anderen zurückgewiesen werden.

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Für mich gehört das ja intrinsisch zusammen. Also die Kunst und wer oder was ich bin. Vermittelt, aber unbedingt. Und so bleibt die letzte Frage: Ob „I Love Dick“ ein „gutes Buch“ ist? Ich weiß das nicht, fühle mich nicht berufen, das heute schon zu beurteilen. Die Frage, so scheint mir, kommt zu früh. Aus irgendeinem Grund hat das Buch von Chris Kraus in all seiner Überdrehtheit mich am Ende jedoch hoffnungsvoll gestimmt. Hoffnungsvoll auch für mein eigenes Sprechen sowie für das meiner Töchter, meiner Schwestern und meiner Freundinnen. Denn ich weiß, dass wenigstens sie, Chris Kraus, jetzt SPRECHEN DARF. UND WARUM. Dieser Gedanke ist mir sehr angenehm.